Nach seiner Meisterprüfung als Holz- und Weinküfer im Jahre 1893
gründete Wilhelm Keller seinen Betrieb am Obermarkt in Bad Dürkheim
- genau an der Stelle wo das Weingut sich auch heute noch befindet. Obwohl
ein Grundstock an Weinbergen von den Schwiegereltern vorhanden war, war
Wilhelm Keller in den ersten Jahren hauptsächlich als Wanderküfer
in den ortsansässigen Weinbaubetrieben tätig, um für die
Betriebe dort deren Wein auszubauen. Aufbauend auf dieser Erfahrung wurde
der Betrieb am Obermarkt kontinuierlich vergrößert und gehörte
zu einem der bedeutenden Betriebe der Region.
Wilhelm Keller und seine Frau hatten 3 Kinder: Karl,
geboren im Jahr 1893; Fritz, geboren im Jahr 1897 und Lina, geboren im
Jahr 1901.
Sein Sohn Fritz Keller erlernte ebenfalls das Holz- und Weinküfer Handwerk und erbaute schließlich im Jahre 1933/34 das bis heute noch größte Weinfass der Welt, das berühmte Dürkheimer Riesenfass www.duerkheimer-fass.de. Fritz Keller gründete aus dem Betrieb die »Kellerei Keller«, welche unter seiner Regie in den 60er Jahren zur größten Kellerei der Pfalz erblühte. Lina Keller heiratete im Jahr 1928 Ludwig Theis und übernimmt 1935 zusammen mit Ihrem Mann den elterlichen Weinbaubetrieb am Obermarkt.
Lina und Ludwig Theis führten den Betrieb unter dem Namen »Ludwig Theis Weinbau« nur kurze Zeit zusammen, denn durch die Zwänge des Krieges musste Lina – zusammen mit ihrem Vater Wilhelm – mit dem Betrieb und ihren drei Kindern alleine zurecht kommen. Am 18. März 1945 wurde das Anwesen am Obermarkt durch einen Bombenangriff komplett zerstört, jedoch mit enormem Kraftaufwand an gleicher Stelle unmittelbar wieder aufgebaut. Ohne auf eine solide, externe Ausbildung zu verzichten, helfen die Kinder sobald als möglich im Betrieb: Hans, geboren 1936, erlernt das Weinküfer-Handwerk und kommt 1955 in den Betrieb; Else, geboren 1938, beginnt bereits 1954 als kaufmännischer Lehrling ihre Ausbildung im eigenen Betrieb und Werner, geboren 1939, kommt 1959 als gelernter Kaufmann in den Betrieb zurück.
Im Jahre 1969 / 1970 übernehmen Hans und Werner den Betrieb und führen diesen gemeinsam als Weingut Gebr. Theis. Else ist inzwischen mit Gerhard Heissler verheiratet und scheidet zu diesem Zeitpunkt aus dem Betrieb aus. (ohne zu wissen, dass ihre Kinder gute 30 Jahre später dahin zurück kehren werden). Hans und Werner haben den Betrieb umstrukturiert und um ein vielfaches vergrößert. Das Privatkundengeschäft wurde ausgebaut, die Traubenverarbeitung und den Weinausbau technisch ständig modernisiert und somit der Betrieb zu seiner heutigen Form aufgebaut.
Im Jahre 2002 rückt mit Sibylle und Lutz Heissler die nächste
Generation nach und aus dem Weingut Gebr. Theis wird das Weingut Theis
Heissler. Flaschen und Haus bekommen ein neues Gesicht:
Das bisherige Erscheinungsbild
wird dem jungen Geschmack entsprechend weiterentwickelt. Nun teilen sich
Lutz und Sibylle Heissler die Verantwortung für Weinberge, Keller,
Kunden und Büro. Fast fünf Jahre lang, bis unmittelbar vor seinem plötzlichen Ableben,
unterstützt Hans Theis, der Kellermeister der Gebrüder
Theis, mit Rat und Tat die nächste Generation. Diese nimmt ihrerseits die
ruhige und erfahrene Hand gerne in ihren Kreis mit auf und lässt somit jahrzehntelanges
Wissen und Erfahrung in den Betrieb mit einfliessen.
Wir sind stolz, das Weingut in der vierten Generation
weiter führen zu dürfen und stellen jeden Tag und mit jedem Jahrgang neu fest, dass
es kaum einen abwechslungsreicheren Beruf gibt.
Die Gründerzeit
Kriegszeit und Wiederaufbau
Die Gebrüder Theis
Die vierte Generation